Jäger der Berge

Jäger der Berge

Hey Gregor, wir kennen uns noch aus Kindheitstagen, sind gewissermaßen irgendwie ein Stück weit zusammen aufgewachsen. Damals noch im Rahmen des Ballsports: Fußball! 

Dann verloren wir uns aus den Augen und entdeckten wohl ganz unabhängig voneinander das Laufen – oder genauer gesagt – Trailrunning für uns. Durch Zufall haben uns die Sozialen Medien zumindest digital wieder zusammengeführt. 

Danke, dass du dich zu einem kleinen Interview bereit erklärst.

Als “Jäger der Berge” ist Gregor Behlen seinen Followern in den sozialen Medien ein Begriff.

Erzähl mal: wie bist du zu diesem Sport gekommen? Gab es da eine Art Entwicklung? 

Das ist eine sehr interessante Frage. Asphalt und die Runden im Kurpark waren eigentlich noch nie so richtig mein Ding.

Klar, bin ich auch da gelaufen, aber viel lieber war ich früher schon im Goldsteintal auf eher unbefestigten Wegen unterwegs.

Und weil ich in den Bergen zur Bundeswehrzeit damals bereits fix unterwegs war, als es den Begriff “Trailrun” noch gar nicht gab, würde ich sagen, dass ich irgendwie automatisch da reingerutscht bin. 🙂

Du bist am liebsten im Berchtesgadener Land unterwegs – das weiß ich noch von früher. Allerdings sind wir als Kids mit den Skiern die Abhänge runter. Deine Liebe zu ausgerechnet diesen Bergen ist definitiv geblieben! Was verbindest du damit?  

Was verbinde ich damit? Gute Frage! Ich würde sagen, die Enge des Tals und zu den umliegenden Bergen machen es für mich zu einem ganz besonderen Platz. Dass wir bereits als Kinder dort waren hat den Weg zu der Leidenschaft für das Berchtesgadener Land definitiv geebnet. Ich habe dort viele tolle Momente erleben dürfen, teile Sie mittlerweile auch mit meiner Familie und hoffe, dass noch einige tolle Tage dazukommen. 

Ein Trailrunner braucht Berge: bei uns gehts hoch her, aber auch steil bergab. Wie gestaltest du dein Training hier im recht flachen Hessen? Und wie vereinbarst du das mit deinem Familienleben? 

Auch das Mittelgebirge ist für Gregor ein geeignetes Terrain fürs Training.

Zuerst muss ich eine Lanze fürs Mittelgebirge brechen. Nicht umsonst berichten renommierte Trailmagazine immer häufiger auch vom Laufen abseits der hohen Berge. 

OK, aber jetzt zum Training. Verletzungsbedingt geht mein Training gerade eher gegen Null. Sonst ist mein Training eher unstrukturiert würde ich sagen. Mit einem vernünftigen Plan wäre ich mit Sicherheit besser aufgehoben. Auf meinen zwei, drei Hausrunden kommen aber durchaus einige Höhenmeter zusammen. Und wenn man es nur aufs Hochlaufen anlegt, haben wir ja zur Not auch noch den Feldberg oder Altkönig um die Ecke. Neben zwei mal auf den Trails versuche ich noch einmal beim Fußball vorbeizuschauen. Mehr möchte ich auch, so lange die Mädels noch klein sind, gar nicht von daheim weg sein. 

Deine Follower auf Youtube, Facebook oder Instagram kennen dich als „Jäger der Berge“: was steckt hinter dem Namen? 

Das ist ein Überbleibsel aus meiner Zeit bei den Gebirgsjägern. Die Domain haben wir uns nach der Bundeswehrzeit gesichert und wollten eine Art Forum für uns schaffen, damit man sich nicht aus den Augen verliert. 

Aber die Seite kam über einen Beta-Status nie hinaus. Anschließend dachte ich mir, dass wenn ich schon die Kosten habe, kann ich ja auch was draus machen. Angefangen hat es mit einem Tourenbuch, was schließlich dann zum jetzigen Blog geworden ist. 

Wie hältst du dich neben all dem Gerenne noch so fit? Gibt es da eine zweite Sportleidenschaft?  

Fussball spiele ich nach wie vor gerne, aber so richtig gefallen habe ich am Klettern gefunden.Wobei ich am Seil schon länger nicht mehr unterwegs war. Bouldern hingegen gehe ich regelmäßig und auf der ein oder anderen Trailrunde habe ich sogar die Kletterschuhe im Trailrucksack stecken.  

Virtuelle Wettkämpfe sind für Gregor eine willkommene Alternative.

Inwiefern interessieren dich virtuelle Wettkämpfe oder FKTs? Denkst du, das wird sich in Zukunft vermehrt etablieren? 

Ich bin ein großer Fan davon. Habe selbst jetzt schon an insgesamt vier Wettkämpfen teilgenommen und finde es mega spannend – erstmal gegen die Uhr anzutreten und später dann zu schauen, wo man gelandet ist. 

FKT’s verfolge ich auch sehr gerne. Da gibt es schon krasse Leistungen. Ich denke da nur an Hannes Namberger und Toni Palzer, die sich einen heißen Kampf am Watzmann geliefert haben. Oder – wo wir es ja vorhin von eher “flachen” Gefilden hatten – Marcel Höche mit seinem FKT auf dem Harzer Baudensteig. Für mich selbst kommt das allerdings nicht in Frage, dafür bin ich viel zu langsam.

Was wünschst du dir für dich zukünftig: sowohl im Leben als auch im Trailrunning?

Ist ein alter Hut, aber: Gesundheit. Gerade in der heutigen Zeit mit COVID-19, wo wir noch nicht wissen, was es eventuell für Langzeitschäden gibt, wünsche ich mir für all meine Lieben nur eins: Gesundheit! Das hilft natürlich auch beim Trailrunning und wenn ich gesund bleibe, weiter trainieren kann, bin ich gespannt, was dann noch so möglich ist.


Danke für das Gespräch!

Hier geht’s zu Gregors Profilen:

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Das Interview wurde geführt von Ann-Cathrin Thel, Gründerin der Laufgruppe #werunwiesbaden.

Facebook #werunwiesbaden // Instagram #werunwiesbaden

Bilder: Gregor Behlen